18 Goldmedaillen und drei Pokale: GSV Heidelberg glänzt in Leipzig

Bei den offenen Landessportspielen für hörgeschädigte Kinder und Jugendliche am 23. Mai in Leipzig zeigte der GSV Heidelberg in der Schwimmhalle Nordost eine starke Mannschaftsleistung. Insgesamt gewann das Team 18 Goldmedaillen, 4 Silbermedaillen sowie drei Pokale und gehörte damit zu den erfolgreichsten Vereinen des Wettkampfs.

Besonders hervorzuheben sind die Leistungen von Tymur, Oleksandr, Lilia und Eva, die mit zahlreichen persönlichen Erfolgen und konstant starken Ergebnissen überzeugten.

Oleksandr präsentierte sich trotz schwieriger Vorbereitung in hervorragender Form. Aufgrund einer langen Krankheit hatte er in den vergangenen Monaten viele Trainingseinheiten verpasst. Umso bemerkenswerter war seine Rückkehr auf hohem sportlichem Niveau. Vor allem auf den Freistilstrecken schwamm er wieder nahe an seine persönlichen Bestzeiten heran und gewann insgesamt fünf Goldmedaillen. Damit gehörte er zu den stärksten Schwimmern des gesamten Wettkampfs.

Auch Lilia überzeugte mit fünf Goldmedaillen und mehreren deutlichen Leistungssteigerungen. Besonders beeindruckend war ihre Verbesserung über 200 Meter Freistil, bei der sie ihre bisherige Bestzeit um mehr als 16 Sekunden unterbot. Zusätzlich zeigte sie starke Leistungen über 50 Meter Freistil und 50 Meter Schmetterling. Dort verfolgt sie nun das Ziel, künftig Zeiten unter 33 Sekunden über 50 m Freistil und unter 34 Sekunden über 50 m Schmetterling zu erreichen. Über 50 Meter Brust blieb sie zwar knapp über ihrer Bestzeit, dennoch gehörte sie sportlich zu den herausragenden Athletinnen des Wettbewerbs.

Tymur gewann ebenfalls fünf Goldmedaillen sowie eine Silbermedaille und sicherte sich zusätzlich einen Pokal. Trotz intensiver Reisetätigkeiten in den vergangenen Wochen – unter anderem in der Ukraine, in Lublin und Hannover – konnte er seine Leistungen konstant auf hohem Niveau halten. Die eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten durch die vielen Reisen machten die Vorbereitung schwierig. Umso erfreulicher war es, dass er dennoch erneut zu den erfolgreichsten Schwimmern AK12 des Wettkampfs zählte.

Eva komplettierte das starke Mannschaftsergebnis mit drei Gold- und drei Silbermedaillen. Besonders über 200 Meter Freistil konnte sie sich deutlich steigern und ihre Bestzeit um acht Sekunden verbessern. Ihr nächstes sportliches Ziel ist nun eine Zeit unter drei Minuten. Auch wenn sie auf den weiteren Strecken ihre persönlichen Rekorde nur knapp verpasste, wurde ihre konstante Leistung mit einem Pokal AK 14 belohnt. Aufgrund ihrer sechs Starts sammelte sie insgesamt einen Punkt mehr als Lilia, die fünfmal antrat. Das Punktesystem sah für einen ersten Platz sieben Punkte und für einen zweiten Platz fünf Punkte vor.

Der GSV Heidelberg bedankt sich ausdrücklich beim GSV Sachsen sowie beim GSV Leipzig für die Organisation und Durchführung der Veranstaltung. Solche Wettkämpfe leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Gehörlosensports und bieten jungen hörgeschädigten Athletinnen und Athleten eine bedeutende sportliche Plattform.

Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine Herausforderung im deutschen Gehörlosenschwimmsport: Die Teilnehmerzahlen bleiben vergleichsweise niedrig. Viele hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler an Regelschulen kennen die Angebote und Wettkämpfe des Gehörlosensports nicht. Im internationalen Vergleich, insbesondere mit Ländern wie Polen oder der Ukraine, wird deutlich, dass dort deutlich mehr Nachwuchsschwimmerinnen und -schwimmer aktiv sind – trotz teilweise geringerer Bevölkerungszahlen.

Um die Zukunft des Gehörlosensports (Gehörlose, Schwerhörig und CI-Träger) nachhaltig zu sichern, sind daher mehr Sichtbarkeit, bessere Vernetzung mit Schulen sowie stärkere sportpolitische Unterstützung notwendig. Wettbewerbe wie die Landessportspiele in Leipzig zeigen eindrucksvoll, welches sportliche Potenzial und welche Begeisterung im Nachwuchsbereich vorhanden sind.

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