Tokio â Die deutschen Handballer haben bei den Deaflympics 2025 eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie zur Weltspitze gehören. Mit einer stabilen Vorrunde, dominanten K.-o.-Spielen und einem leidenschaftlichen Finalauftritt krönte sich das Team am Ende mit der Silbermedaille. Mitten im Geschehen: NationaltorhĂŒter und GSV-Heidelberg-Mitglied Gero Gertenbach, der einmal mehr auf der ganz groĂen BĂŒhne ablieferte.

Gero Gertenbach
đ” Vorrunde Gruppe A: Deutschland marschiert souverĂ€n
Deutschland startete furios in das Turnier. Gegen Brasilien setzte es am 1. Spieltag ein klares 39:15, bereits zur Halbzeit war beim 18:8 alles entschieden. Die Defensive stand sicher, das Tempospiel funktionierte â ein erstes Ausrufezeichen.
Auch im zweiten Gruppenspiel gegen die TĂŒrkei lieĂ das deutsche Team nichts anbrennen. Mit einem deutlichen 37:15 (19:8 zur Pause) dominierte man erneut ĂŒber 60 Minuten.
Am letzten Spieltag folgte der sportliche Höhepunkt der Vorrunde: Ein 32:10 gegen Gastgeber Japan, schon zur Halbzeit lag Deutschland mit 16:3 vorne.
đ Bilanz Gruppe A: 3 Spiele, 3 Siege â Gruppensieg ohne Makel.
đą Vorrunde Gruppe B: Kroatien und Frankreich setzen Duftmarken
In Gruppe B zeigte sich frĂŒh, wer international tonangebend ist. Kroatien siegte deutlich gegen Frankreich (35:25) und Serbien (32:16). Frankreich wiederum setzte sich sicher gegen Kenia und Serbien durch â beide Teams zogen verdient ins Viertelfinale ein.
âïž Viertelfinale: Deutschland ohne MĂŒhe, erste Dramen anderswo
Im Viertelfinale lieĂ Deutschland Kenia keine Chance. Ein 34:6 (15:1 zur Halbzeit) war eine Demonstration â Gero Gertenbach glĂ€nzte mit zahlreichen Paraden und dirigierte die Abwehr lautstark.
Das dramatischste Spiel lieferten hingegen TĂŒrkei und Serbien: 31:31 nach regulĂ€rer Spielzeit, in der VerlĂ€ngerung setzte sich Serbien mit 38:34 durch.
đ„ Halbfinale: Deutschlands Sternstunde
Im Halbfinale wartete mit Frankreich ein echter PrĂŒfstein â doch Deutschland zeigte vielleicht sein bestes Spiel des Turniers.
Beim 29:18-Erfolg (13:9 zur Pause) stimmte alles: Abwehr, Torwartspiel, Tempo, Nerven.

Finaleinzug!
Gero Gertenbach war dabei ein wichtiger RĂŒckhalt und lieferte genau das, was man von einem Nationaltorwart erwartet.
đ„ FINALE: Deutschland vs. Kroatien â Hoffnung, Kampf, ErnĂŒchterung

Sie standen wieder dort.
Deutschland gegen Kroatien.
Der Klassiker. Der Titan. Der MaĂstab.
Kroatien â seit 2018 ungeschlagen, mehrfacher Welt-, Europa- und Deaflympics-Sieger. Favorit. Titelverteidiger. Dominator des Sports.
Deutschland dagegen: gereift, hungrig, besser vorbereitet denn je.
Erste Halbzeit â der Traum lebt
Deutschland begann mit Moritz Klein im Tor â doch Kroatien fĂŒhrte schnell 3:0. Dann der erste Siebenmeter fĂŒr Kroatien.
Torwartwechsel.
Gero kommt.
Bosnjak tritt an â wirft â Gero ist dran, fĂ€lscht ab, der Ball fliegt ĂŒber die Latte. Kein Tor. Jubel. Energie.
Deutschland verkĂŒrzt, kommt ran, kĂ€mpft sich Punkt fĂŒr Punkt heran.
Paraden von Klein, ZweikĂ€mpfe, Tempo â es ist ein offener Schlagabtausch.
7:5, 8:6 fĂŒr Kroatien â dann Ăberzahl fĂŒr Deutschland.
Ausgleich! 8:8.
Strafen, Unterzahl, Kampf â und doch:
12:12 zur Halbzeit.

Die deutschen Spieler gehen mit erhobenem Kopf in die Kabine.
Heute ist etwas möglich.
Zweite Halbzeit â der Knackpunkt
Nach Wiederanpfiff bleibt Deutschland zunÀchst dran: 14:14.
Dann aber der Bruch.
Zwischen der 3. und 10. Minute der zweiten HĂ€lfte gerĂ€t der deutsche Angriff ins Stocken. FehlwĂŒrfe, technische Fehler â Kroatien bestraft alles gnadenlos.
20:14.
Sechs Tore RĂŒckstand.
Gero kommt erneut ins Tor, es gibt eine Rote Karte gegen Bosnjak, Kroatien schwĂ€cht sich selbst â doch Deutschland nutzt es nicht konsequent.

Gero hĂ€lt, pariert, hexert â aber vorne fĂ€llt der Ball nicht rein.
24:17.
25:19.
28:22.
Die Hoffnung schwindet mit jeder Minute, Kroatien spielt das Spiel routiniert herunter.

Zwei Minuten vor Schluss: 29:22.
Kurz vor Ende noch der letzte Treffer zum 30:23 â dann die Schlusssirene.
đ„ Silber â EnttĂ€uschung und Stolz zugleich
Kroatien bleibt ungeschlagen. Sie holen erneut Gold.
FĂŒr Gero Gertenbach bedeutet es die nĂ€chste Silbermedaille â die EnttĂ€uschung ist sichtbar, die Stille nach dem Spiel schmerzt.
Und doch:
Silber bei den Deaflympics ist ein Ausnahmeerfolg.

Deutschland hat sich im Vergleich zu den letzten Jahren deutlich gesteigert.
Die Leistung war da, der Weg stimmt â nur diese eine Phase entschied alles.
đ GSV Heidelberg â Stolz auf unseren NationaltorhĂŒter Gero Gertenbach
Auch wenn die EnttĂ€uschung nach dem Finale spĂŒrbar war und der Goldtraum erneut knapp verfehlt wurde, möchte der GSV Heidelberg eines ganz klar sagen:

Diese Silbermedaille ist ein Ausnahmeerfolg.
Nur ganz wenige Sportler erreichen ĂŒberhaupt ein Deaflympics-Finale. Noch weniger stehen dort zwischen den Pfosten, tragen Verantwortung fĂŒr eine ganze Mannschaft und liefern ĂŒber ein komplettes Turnier auf höchstem internationalen Niveau ab.
Gero hat genau das getan â mit Einsatz, Disziplin, Leidenschaft und unerschĂŒtterlichem Willen.
Ja, der Schmerz ĂŒber das verlorene Finale ist verstĂ€ndlich. Wer so hart trainiert, will ganz nach oben.
Aber Silber bei den Deaflympics ist kein Trostpreis â es ist ein Beweis von Weltklasse.
Wir als Verein sind megastolz auf Gero.
Stolz auf seine Leistung, stolz auf seinen Weg, stolz darauf, dass er unseren Verein auf dieser BĂŒhne reprĂ€sentiert hat. Diese Medaille steht fĂŒr Jahre harter Arbeit, fĂŒr Durchhaltevermögen und fĂŒr den Mut, sich immer wieder den Besten der Welt zu stellen.
Danke, Gero.
Du hast unseren Verein wĂŒrdig vertreten â und wir stehen hinter dir.





